Unter der Kategorie „Bilder“ findet ihr jetzt Bilder von den anwesenden Nazis. Wer wen kennt, kann uns das mitteilen.
Zu den Gegenaktivitäten gibt es leider nicht viel zu sagen. 2 Blockaden vor dem Bahnhof gab es. Die erste wurde aufgelöst und ca. 100 GegendemonstrantInnen wurde ein Platzverweis (bei Missachtung wurde mit Ingewahrsamnahme gedroht) für die Innenstadt erteilt. Die 2. Blockade vor dem Bahnhof versuchte die Polizei per Konfliktteam aufzulösen. Da das nicht klappte, änderten die Bullen die Route der Nazis kurzerhand und führten diese um die Blockade herum. Danach gelang es leider nicht mehr den Aufmarsch zu verhindern. Grund hierfür sind sicherlich die vielen Platzverweisen, die es an dem ganzen Tag gegen AntifaschistInnen gab. Die bürgerlichen Veranstalter wollten zu keiner Zeit den Naziaufmarsch verhindern.
Dennoch werten wir das antifaschistische Engagement in der Region als Erfolg.
Dass in Zweibrücken was geht ist klar, deshalb sollte es unser Anspruch sein, den Aufmarsch nächstes Jahr zu verhindern!
Am Samstag, dem 14.März.2009 hat der Nationale Widerstand Zweibrücken einen „Trauermarsch zum Gedenken an die Opfer des alliierten Bombenterrors in Zweibrücken“ angemeldet.
Hintergrund ist der Beschuss Zweibrückens im 2. Weltkrieg durch die Royal Canadian Airforce am 14.März 1945. Dabei wurde die Stadt zu mehr als 80% zerstört. Diese Zerstörung wurde zum „Trauma“ der Stadtgeschichte – wobei die Ursachen und Vorläufe bis zur Bombardierung wohlweislich ausgeblendet werden.
Ziel der Bombardierung war es (wie in so vielen Städten zum Ende des Krieges hin) den letzten Widerstand Nazideutschlands zu brechen und die Welt endgültig vom Nationalsozialismus zu befreien. Bis in die letzten Stunden hinein kämpften – auch in Zweibrücken – die Nazis fanatisch in ihrem „Volkskollektiv“ weiter. Menschen, welche die weiße Flagge hissten, wurden nur zu oft von einem aufgebrachten Mob gelyncht (genauso wie alliierte Soldaten, welche in die Hände der Deutschen fielen). Nur die militärische Zerschlagung Nazideutschlands konnte die Barbarei und die darin kulminierende Vernichtung der Juden/Jüdinnen stoppen.
Wie alle Jahre wieder wird dies von der extremen Rechten zum Anlass genommen revisionistische und antisemitische Hetze zu verbreiten. Dabei wird immer wieder versucht die Deutschen als die eigentlichen Opfer des 2. Weltkrieges darzustellen, wobei die Taten der Nationalsozialisten ein ums andere mal verharmlost und geleugnet werden.
Für die eigentlichen Opfer, alle diejenigen die im Nationalsozialismus verfolgt und vernichtet wurden ist dies natürlich ein Schlag ins Gesicht. Dies gilt es zu verhindern!
In den letzten Jahren konnten Neonazis in Zweibrücken ohne jeden Widerstand diesen sogenannten „Trauermarsch“ durchführen. Das soll sich 2009 ändern. Nach der erfolgreichen Mobilisierung von AntifaschistInnen nach Dresden und Magdeburg wegen gleichen Anlässen muss sich dieses Jahr auch in der Pfälzer Provinz etwas ändern. Denn nur durch einen aktiven Widerstand gegen den Naziaufmarsch – welcher aber auch eine Kritik an der generellen Regression des deutschen Geschichtsverständnisses auch in der bürgerlichen Mitte beinhalten muss – kann antifaschistische Theorie in praktische Intervention verwandelt werden.
Diverse bürgerliche Gruppen haben zu direkten Protesten am Rande des Naziaufmarsches aufgerufen. Dem wollen wir uns anschließen, ohne uns durch die bürgerlichen Gruppen vereinnahmen zu lassen. Denn wir kämpfen nicht für ein „sauberes Images“ der Stadt Zweibrücken, sondern gegen den Nazismus an sich – egal ob er aus der Mitte oder von den Rändern der Gesellschaft entspringt.
Wir rufen daher alle AntifaschistInnen dazu auf den Naziaufmarsch in Zweibrücken zu verhindern!
Lasst uns den Tag gemeinsam für die Nazis zu einem Desaster machen!
No Tears for Krauts!
Treffpunkt: 9:00 Hallplatz/Zweibrücken